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Vortragsreihe der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft und des Kunstgeschichtlichen Instituts in Verbindung mit dem Studium Generale im Sommersemester 2021:

Texte, die Kunst erklären 
 
Diese Vortragsreihe sollte 2020 stattfinden, als eine der üblichen Vortragreihen, wo wir uns in Freiburg mit Hilfe unserer Gäste mit einem Thema beschäftigen. 2020 waren, in der aufkommenden Pandemie, Präsenzveranstaltungen dann nicht möglich. Auch im Sommer 2021 müssen wir auf das virtuelle Treffen ausweichen. Dabei gehen die direkten Begegnungen verloren, die Diskussionen im Hörsaal und in der Pizzeria. Aber vielleicht hat das den Vorteil, dass verschiedene Teilnehmer dazukommen? Vielleicht mögen die Vortragenden auch bei den anderen Vortragenden hereinsehen? Wir werden sehen, wie sich das gestaltet – mit Ihrer Hilfe.
 
Aktualität hat das Nachdenken über Texte zur Kunst aber vielleicht gerade jetzt, wo wir keine Kunst sehen können. Was sehen wir überhaupt? Sind Texte nun wichtiger? Und was verstehen wir, wenn keine direkten Begegnungen möglich sind?

Und wie trafen sich sonst Kunst und Betrachter? Es ist niemals selbstverständlich, über Kunst etwas zu wissen und dieses Wissen zu organisieren und weiterzugeben. Vielleicht ist das Wissen verborgen, vielleicht ist es kaum auszusprechen, vielleicht passt es nicht in Schemata, vielleicht verständigen sich Fachleute und Laien schlecht. Es ist überhaupt nicht sicher, ob Schreiber Kunst wirklich verstanden haben, ob sie autorisierte Dolmetscher sind, ob sie sich im Dschungel der Kunst zurechtfinden, ob sie nicht nur über sich selbst nachdenken und die Sache bloß komplizieren. Was wäre ein sinnvoller Umgang mit Kunst, d.h. mit all dem Komplexen und Unerwarteten, das vielleicht nur im Medium der Kunst erfahrbar ist?
Wir denken also in diesem Semester an einem kunstgeschichtlichen Seminar darüber nach, was wir von Texten erwarten und wie wir Texte schreiben, und wir tun es mit Fachleuten, die einzelne Aspekte behandeln. Der Sprachwissenschaftler Heiko Hausendorf aus Zürich untersucht Formen und Funktionen von Audioguides. Verschiedenste Audioguides stehen für verschiedene Ansprüche an Kunst. Der Kunsthistoriker Tobias Vogt untersucht den Umgang mit Titeln von Kunstwerken. Wer setzt Titel ein, inwiefern sind sie eine Orientierung? Die Einführung in das Studium der Kunstgeschichte von Renate Prochno-Schinkel hat mehrere Auflagen. Welche Annahmen zum Schreiben hatte sie dort, und wie sieht sie sie heute? Heike Grfrereis hat am Deutschen Literaturarchiv Marbach eine Ausstellung zu Zettelkästen gemacht, in der deutlich wurde, wie man Wissen und Bezüge, vor dem Schreiben von Texten, für sich selbst und für andere organisieren kann.
Es scheint die Aufgabe von schreibenden Kunsthistorikern und Kunstkritikern zu sein, Kunst zu erklären – und ohne gute Texte ist vieles sicher nicht verständlich. Aber oft verstellen Texte den Zugang zu Kunstwerken, und der amerikanische Kulturkritiker George Steiner meinte 1989 gar, dass wir in einer „sekundären“ Welt leben und vor lauter Texten die Kunst nicht sehen. Was tun wir also? Was erwarten wir? Was wünschen wir?
 
 

6.5.2021

Prof. Dr. Tobias Vogt (Oldenburg):
Titel

20.5.2021

Prof. Dr. Heiko Hausendorf (Zürich):
Audioguides

10.6.2021

Prof. Dr. Renate Prochno-Schinkel (Salzburg):
Schreiben

17.6.2021 Prof. Dr. Heike Gfrereis (Marbach):
Zettelkästen


 

 

Alle Vorträge finden donnerstags um 20 Uhr statt.

Die Zugangsdaten finden Sie mit dieser Anleitung.